Kontraindikationen Hypnose

Es ist deutlich geworden, dass nicht nur kranke, sondern auch gesunde Menschen, Sportler, Künstler, Führungskräfte usw. von den Möglichkeiten der Hypnose profitieren können.

An dieser Stelle soll auf die Frage eingegangen werden, wann Hypnose NICHT angewendet werden sollte (Kontraindikationen).

Medizinische Gründe
Die wichtigste Kontraindikation besteht bei kranken Menschen mit ungeklärter medizinischer Diagnose. Da man mit Hilfe der Hypnose das Befinden eines Menschen verbessern und auch Schmerzen lindern kann, besteht die Gefahr, dass eine  ernsthafte organische Erkrankung nicht oder zu spät erkannt wird. Die ärztliche Untersuchung sollte bei medizinischen Problemen immer vor einer Hypnosesitzung erfolgen.

Bei psychiatrischen Diagnosen (z. B. Psychose, manisch-depressive Erkrankung) wird man  generell von einer Hypnose absehen. Bei diesen Erkrankungen steht die medikamentöse Behandlung absolut im Vordergrund.

Starke Einschränkungen der Intelligenz oder Konzentrationsfähigkeit gelten ebenfalls als ungünstige Voraussetzungen für eine Hypnose, so dass auch hier in aller Regel von der Hypnose als Behandlungsform Abstand genommen werden sollte.

Nachstehende Kontraindikationen sprechen generell gegen eine Hypnosesitzung

  • Wahn und/oder Halluzinationen
  • Epilepsie
  • Demenzerkrankungen
  • akute Suizidalität (Selbstmordgefährdung), Eigen- oder Fremdgefährdung
  • kein Einverständnis des Arztes/Heilpraktikers bezüglich einer Sitzung
  • nicht eingestellte Herz- und Kreislaufbeschwerden
  • keine Bereitschaft zu Offenheit und Kooperation
  • kein eigener Wunsch nach Veränderung

Charakterliche Gründe
Neben medizinischen Aspekten gibt es auch persönlichkeitsbezogene Aspekte, die betrachtet werden sollten.

Hypnose setzt ein hohes Maß an Kooperation voraus. Menschen, die Hypnose erleben möchten ohne selbst etwas dazu beizutragen, werden auch mit der Hypnose keinen Erfolg haben und sollten von einer Hypnose Abstand nehmen.

Ein Mensch, der gewohnheitsmäßig gegen alles opponiert oder der es sich und anderen beweisen will, dass Hypnose bei ihm nicht wirkt und dass er ein hoffnungsloser Fall ist, wird wahrscheinlich Recht behalten. Auch chronische Skeptiker und Neinsager sollten sich eher nach anderen Behandlungsmethoden umsehen.

Hypnose setzt auch voraus, sich auf einen anderen Menschen (den Hypnotiseur) und auf den Hypnoseprozess einzulassen.

Extrem kontrollierende Menschen haben es oft schwer, loszulassen und anderen zu vertrauen.

Da hochwirksame Methoden wie Hypnose darauf abzielen, Veränderungen in wenigen Sitzungen zu erreichen, könnte es notwendig sein, die Fähigkeit zu vertrauen und sich einzulassen zunächst in anderen Sitzungen zu stärken.

Ansonsten können prinzipiell alle Menschen, die selbst zu Ihrer Gesundheit beitragen wollen, die bereit sind, sich zu öffnen und einzulassen, von der Hypnose profitieren.